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langsam muede...und trotzdem passts

Bonjour!

Danke fuer Eure vielen lieben mails!Freu mich immer so von Euch zu hoeren, biite nicht boese sein, wenn ich nicht allen gleich zurueckschreib.

Mir gehts im Grossen und Ganzen gut. 

Manchmal ist es frustrierend, zur Zeit immer mehr anstrengend, und ich merke dass ich langsam muede werde, - aber meistens ist es noch immer schoen, die Arbeit macht viel Spass.  Trotzdem hab ich jetzt die ersten Abende hinter mir, an denen ich am Liebsten ueber die Mauer springen wollte und einfach nur wegrennen. Einfach alles zusammen manchmal zuviel. Hat eh lang gedauert. Hab das eigentlich schon nach den ersten Wochen erwartet…… Umso mehr freu ich mich auf meine eine Woche Urlaub und zaehl die Tage ;-)….

Mit der Sicherheit ist es nicht besser geworden, im Gegenteil, was heisst wieder verstaerkte securityrules…….. Das macht das Leben auch nicht gerade einfacher.

Aber ich bin im field, in meiner clinic, meinem Baby und meinen Babys dort, die mir ab und zu ganz schoen viel Nerven kosten, aber im Grossen und Ganzen bin ich stolz auf mein team.. Es gibt viel zu tun, viel zu arbeiten. Katharina und ich sind die meisten Tage in Campeche und Tapis-Rouge, um 3 fahren wir dann in die office, bis ca 5 uhr, dann ist oft eine reunion- eine Besprechung, und noch eine und noch eine; daneben sollte man Berichte schreiben, Statistiken auswerten, Protokolle und guidlines verfassen, proposals schreiben,…..

 Das coordination-team hat jetzt wieder einen Anfall von alles-in –einem-Tag-aendern-und –ah-ja-da-gibt’s ja auch-noch -Campeche bekommen. Sie wollen dass die mobile clinic ganz alleine rennt , nur mit supervision von doctor aus Bicentenaire an manchen Tagen,fuer manche Stunden und das am Besten morgen.Das is auch ok, aber nicht morgen und nicht in einem Monat, auch nicht in zwei,soweit sind wir einfach noch nicht.Dinge brauchen Zeit um zu wachsen und Qualitaet zu haben. Ich glaub aber auch einer der eigentlichen Gruende liegt  darin,dass sie die expats immer mehr reduzieren wollen und  mich in den Sauhaufen von Bicentenaire stecken; Bicentenaire- das emergency-hospital- ist die Hoelle; seit ich hier bin, laufen dort constructions, man hat die Zelte abgebaut, das Gebauede gesichert und die Patienten zurueck in die Clinic verlegt; Aber es ist alles noch lang nicht fertig; der OP gehoert total neu gemacht, alles ist zu klein; Weil staendig gebaut wird und weil Bic dort ist wo es ist,mit den surroundings herum, hot-spot-gang-area, camps, verkehr,…..- ist es das reinste Chaos, -die watsans und logs, die medicals, alle verzweifeln daran; Es ist nicht nur laut, es ist dreckig und dreckig und dreckig und es stinkt,stinkt, stinkt; die Kanaele ausserhalb der clinic die ins Meer fuehren sind vollvolllvolllgestopft mit Muell, auf denen mittlerweile fettgewordene Schweine, Ziegen, Huehner herumspazieren. Es gibt tausend moskitos- natuerlich gerade die die das dengue uebertagen. Am Eingang werden mittlerweile die Besucher mit Metalldetektoren  gefilzt und im Schnitt kommt jeden Tag eine Schussverletzung rein. Ja, das ist auch Haiti. Das ist vor allem Port-au-Prince.

Aber es gibt auch Orte wie Campeche, in denen man ein bisschen Dorf-feeling hat, wo man mittlerweile alle Nachbarn kennt und alle mamas die ihre in triefendem Fett herausgebackenen Bananas und patates auf der Strasse verkaufen. Und Plaetze wie Tapis rouge wo die Menschen noch einmal viel aermer sind, viel emotionaler. Wo in einem Moment die Kinder dich umschwirren, an jeder Hand fuenf, dich umarmen, mit dir spielen, du dein cola trinkst beim `Standl`nebenan, deine Chauffeure dir einen rap vorsiegen, die Animateure ein Liebeslied und alles im Dreck, umgeben von Fliegen und ausgezehrten Hunden, aber du hast soviel Spass mit den Menschen und mit der Arbeit und du bist so gluecklich. Im naechsten Moment kann die Stimmung so schnell kippen, du spuerst etwas ist nicht in Ordnung.Die Menschen sind arm, arbeitslos, frustriert. Werden aggressiv, trinken Alkohol. Darum ist es gut, am spaeten Nachmittag nicht mehr dort zu sein, dann wenn nicht nur der Alk sondern auch die Gewalt steigt.

Manchmal kommen die Kinder und betteln dich an, es zerreisst dir das  herz wenn du die Hosen siehst die 6 Nummern zu gross sind und kein Geld fuer einen Guertel da ist. Der Kleine also entweder nackert dasteht oder mit einer Hand staendig die Hose raufhalten muss. Noch schlimmer ist es, wenn sie dich mit ihren grossen Augen anschauen und dir sagen dass sie gagnou haben- Hunger. Aber was kann man machen, ich kann nicht anfangen tausend Kindern jedes Mal Kekse zu kaufen. Dafuer ist ACF zustaendig.

Letzte Woche hab ich auf explos mitduerfen- Evaluationen in anderen camps, um herauszufinden was fuer ein Bedarf wo ist. Da geht dann ein Team los bestehend aus watsan,log, med und psy und man spricht zuerst mit dem commitee des camps und danach mit den Menschen die dort leben um zu erfahren wie viele menschen, woher, wie, wie ist die security, die gewalt, die Probleme, welche Krankheiten, welche medizinische versorgung, wo die naechtse clinic, wie weit, welche Sanitaerversorgung, wie viel, ueberhaupt Trinkwasser, ausreichend Trinkwasser, welche anderen NGOs arbeiten schon dort, welche distributions hats schon gegeben…… War total super und vielleicht werden wir noch einen Tag eine weitere mobile clinic aufmachen. So arbeiten ist wirklich ein Traum und ich werd hart kaempfen um meine clinic und sie ueberzeugen dass ich bis zum Ende meiner mission dort bleiben muss - to put things in place, damits dann ohne mich rennt ;-)

So jetzt muss ich aufhoeren, heute gehts an den Strand, das brauch ich fuer meine sante mental! :-)

Ich umarme Euch und drueck Euch, ich hoffe es geht Euch allen gut im verregneten Oesterreich, nicht traurig sein der Sommer kommt bestimmt bald!

Enjoy and Take care!!!!!!!

Eure Kizzi

 

23.5.10 15:44

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